Was ein MCP-Connector ist
Lange konnten AI-Apps vor allem mit Text umgehen. Du hast etwas hineinkopiert, sie haben etwas zurückgeschrieben, alles Weitere hast du von Hand erledigt. Die Modelle verstanden immer besser, was du willst, kamen aber nicht an deine Systeme heran. Eine AI-App konnte dir eine Offerte formulieren, sie aber nicht in deiner Buchhaltung anlegen.
Man könnte jede AI-App einzeln mit jedem Tool verbinden. Bei zehn AI-Apps und hundert Business-Tools wären das aber tausend Integrationen, die jemand bauen, testen und pflegen müsste. MCP löst dieses Problem.
Wie MCP funktioniert
MCP steht für Model Context Protocol. Es ist ein offener Standard dafür, wie eine AI-App mit einem fremden System spricht. Die offizielle Dokumentation vergleicht MCP mit einem USB-C-Anschluss für AI-Apps: Ein Anbieter baut seine Seite des Steckers einmal. Danach passt jede AI-App, die denselben Standard spricht.
Infinity stellt eine Liste von Werkzeugen bereit: Kontakt suchen, Buchung erstellen, Offerte verschicken, Arbeitszeit erfassen. Jedes Werkzeug beschreibt, was es tut und welche Angaben es braucht. Deine AI-App liest die Liste und wählt selbst aus, was sie für deine Anfrage benötigt. Programmieren oder einrichten musst du nichts. Du schreibst einen Satz, wie du ihn jemandem im Team sagen würdest.
Deine Buchhaltung wird ansprechbar
Viele Anbieter bauen einen Assistenten in ihr eigenes Produkt ein. Das hilft, solange du in diesem Produkt arbeitest.
Ein MCP-Connector geht den umgekehrten Weg. Er macht deine Buchhaltung in der AI-App erreichbar, die du ohnehin offen hast. Dort hängen meist auch weitere Connectors, etwa dein Postfach, dein Kalender oder deine Ablage. Eine einzige Anfrage kann deshalb mehrere Systeme berühren. Darauf kommen wir gleich zurück.
Ein offener Standard
Anthropic hat den Standard im November 2024 veröffentlicht. Ein Jahr später, am 9. Dezember 2025, ging er an die Agentic AI Foundation der Linux Foundation über. Mitgegründet haben sie Anthropic, Block und OpenAI, unterstützt von Google, Microsoft, AWS, Cloudflare und Bloomberg. Zu diesem Zeitpunkt waren über 10'000 öffentliche MCP-Server veröffentlicht. Unterstützt wird der Standard unter anderem von Claude, ChatGPT, Cursor, Gemini, Microsoft Copilot und VS Code.
Deine Buchhaltung ist damit an kein AI-Produkt gebunden. Wechselst du nächstes Jahr von ChatGPT zu Claude, bleibt die Verbindung dieselbe Adresse.
Buchhaltung entsteht überall ausser in der Buchhaltung
In der Buchhaltung bringt eine AI-Anbindung besonders viel, weil sie den eigentlichen Engpass trifft.
Die Offerte entsteht im Kundengespräch, der Beleg auf dem Heimweg, die Projektstunde beim Arbeiten, die Bestellung im Postfach. Erfasst wird alles später, an einem anderen Ort, von Hand. Dazwischen liegt ein Medienbruch. Dort steckt der grösste Teil des Aufwands, über den sich Selbstständige beklagen: Belege suchen, die Buchhaltung öffnen, alles abtippen.
Deshalb ist Aufschieben in der Buchhaltung so verbreitet und so teuer. Wer den Beleg nicht sofort erfasst, erfasst ihn im März für das ganze Vorjahr. Dann fehlt die Hälfte.
Gegen diesen Medienbruch gibt es zwei Ansätze. Der eine sorgt dafür, dass Bankbewegungen und Belege automatisch als Buchungsvorschlag in der Buchhaltung landen, statt dass du sie suchst und abtippst. Der andere ist ein MCP-Connector. Er macht deine Buchhaltung zu etwas, das andere Software bedienen kann, und damit überall erreichbar, wo du gerade arbeitest.
Was damit möglich wird
Am besten zeigt sich das an drei Stufen. Die erste kennst du vielleicht schon in abgeschwächter Form. Die dritte gab es vorher nur mit Entwicklungsaufwand.
Stufe 1: Offerten und Belege im Chat
Du kommst aus einem Kundentermin und weisst, was in die Offerte soll. Früher hiess das: Buchhaltung öffnen, Kontakt suchen, Positionen eintragen. Jetzt schreibst du in deine AI-App:
Erstell eine Offerte für die Muster AG: 12 Stunden Beratung à CHF 180 plus Spesen CHF 240. Schick sie an anna@muster.ch.
Die AI-App sucht den Kontakt, legt die Offerte an und verschickt sie. Das Ergebnis ist eine normale Offerte in Infinity. Du siehst sie dort wie jede andere und kannst sie anpassen oder zurückziehen.
Dasselbe gilt für Belege. Du ziehst ein PDF in den Chat und schreibst:
Buch diesen Beleg. Bezahlt mit der Firmenkarte.
Die AI-App liest den Beleg aus, holt deinen Kontenplan und erstellt die Buchung samt Vorsteuer. Der Beleg hängt danach an der Buchung.
Stufe 2: Fragen an die eigenen Zahlen
Kaum jemand öffnet extra die Buchhaltung, um einer vagen Ahnung nachzugehen. Im Chat kostet dich die Frage fünf Sekunden:
Wie hat sich mein Umsatz im 2. Quartal gegenüber dem 1. Quartal entwickelt?
Die Antwort kommt aus deinen tatsächlichen Buchungen, nicht aus einem Export von letzter Woche. Und du kannst weiterfragen: nach Kunden aufschlüsseln, Ausreisser anschauen, offene Forderungen dazunehmen. So bekommst du auch Antworten auf Fragen, die in keinem Bericht vorgesehen sind.
Stufe 3: Mehrere Systeme in einer Anfrage
Neben Infinity hat deine AI-App meist weitere Apps angebunden, etwa Gmail, den Kalender, Google Drive, Slack oder Stripe. Eine einzige Anfrage kann deshalb Systeme verbinden, die nichts voneinander wissen:
Lies die Bestellung von Lea in meinem Postfach, leg sie als Kontakt an und stell die Rechnung.
Die AI-App sucht die E-Mail, entnimmt die Angaben, legt den Kontakt an, erstellt die Rechnung und verschickt sie. So arbeiten drei Systeme zusammen, ohne dass jemand vorher eine Automatisierung bauen musste.
Nach demselben Muster funktionieren Abläufe, für die du früher einen Automatisierungsdienst und etwas Geduld gebraucht hättest:
- Kundentermine aus dem Google Kalender als Projektzeit erfassen und am Monatsende gesammelt in Rechnung stellen
- Neue Belege in einem Google-Drive-Ordner hochladen und als Buchung vorschlagen lassen
- Eingegangene Stripe-Zahlungen den offenen Forderungen zuordnen und verbuchen
- Bestellungen und Gebühren aus Shopify als Buchungen in der richtigen Periode erfassen
- Im Slack des Teams nach Umsatz oder offenen Rechnungen fragen und die Antwort aus der laufenden Buchhaltung bekommen
- Erledigte Aufgaben aus Asana als Arbeit im Kundenprojekt erfassen und abrechnen
Keinen dieser Abläufe musst du vorher einrichten. Du beschreibst die Aufgabe, wenn sie anfällt, und die AI-App sucht sich die Werkzeuge selbst zusammen. Das funktioniert auch für Fälle, die du nie vorhergesehen hättest.
Was du dir vorher überlegen solltest
Ein Zugang, der in deine Buchhaltung schreiben darf, verdient ein paar Minuten Nachdenken. Dabei geht es um drei Punkte.
Erstens: Deine Daten verlassen Infinity. Die AI-App bekommt nur, was sie für die konkrete Anfrage braucht, nie die ganze Buchhaltung. Was danach damit geschieht, regeln die Datenschutzbestimmungen deines AI-Anbieters. Wer mit besonders sensiblen Mandaten arbeitet, klärt das vorher.
Zweitens: Fang mit Lesezugriff an. Du legst pro Bereich fest, ob nur gelesen oder auch geschrieben werden darf. Eine Woche lang nur Fragen stellen zeigt dir, wofür du den Connector wirklich nutzt. Meistens ist es etwas anderes als erwartet. Schreibrechte vergibst du danach gezielt.
Drittens: Löhne bleiben aussen vor. Lohnabrechnungen, ELM-Meldungen und die MWST-Abrechnung an die ESTV erledigst du weiterhin in Infinity selbst. Bei Aufgaben mit Meldepflicht ist das die richtige Arbeitsteilung.
Tipp: Prüfe die ersten Buchungen aus dem Connector so, wie du eine Buchung von jemandem im Team prüfen würdest. Alles, was die AI anlegt, siehst du in Infinity und kannst es dort anpassen oder rückgängig machen.
Die Einrichtung dauert keine Minute
Du kopierst die Adresse des MCP-Servers in deine AI-App und meldest dich mit deinem Infinity-Login an. Dann wählst du die Organisation und legst pro Bereich die Rechte fest. Kein API-Token, keine Konfigurationsdatei, nichts zu installieren. Einrichten können das Administrator:innen der Organisation. Die vollständige Anleitung steht im Handbuch unter KI-Tools mit Infinity verbinden.
Der erste eingebaute MCP-Connector
Infinity ist die erste Schweizer Buchhaltungssoftware mit einem eigenen MCP-Connector.
Wer seine Buchhaltung bisher an einen Assistenten anbinden wollte, musste sich selbst behelfen: API-Token erzeugen, einen Server von Dritten auf dem eigenen Rechner laufen lassen. Niemand hat ihn geprüft, und niemand steht dafür gerade. Das war etwas für Leute, die gerne basteln.
Beim Connector von Infinity meldest du dich mit deinem normalen Login an. Er läuft auf unseren Servern. Du vergibst Rechte pro Bereich und nimmst sie jederzeit wieder weg. Er ist in jedem Abonnement enthalten, ohne Aufpreis und ohne Add-on, weil ein Zugang zu deinen eigenen Daten kein Premium-Feature ist.
Damit ist eine Schweizer Buchhaltung zum ersten Mal ab Werk so ansprechbar wie andere Business-Tools.
Dass dieser Schritt von Infinity kommt, ist keine Überraschung. 2023 haben wir die erste KI-Buchhaltung der Schweiz lanciert. Damals hielt die Branche das Thema noch für einen Trend. Live Accounting verbindet dein Bankkonto und schlägt Buchungen in Echtzeit vor. Live Capture erkennt Belege automatisch, statt dass du sie abtippst. Instant Fill vervollständigt Offerten auf Basis vergangener Aufträge. Deine Finanzdaten liegen dabei auf Schweizer Servern und werden nicht zum Training der KI-Modelle verwendet.
Der MCP-Connector führt diese Linie weiter. Mit ihm erledigst du deine Buchhaltung auch ausserhalb von Infinity.
Das Gegenstück dazu ist Juno, der AI-Agent in Infinity selbst. Juno befindet sich aktuell in einer geschlossenen Beta und ist für ausgewählte Nutzer:innen verfügbar. MCP funktioniert in beide Richtungen. Juno wird seinerseits auf MCP-Server zugreifen können, etwa auf ein CRM wie HubSpot. Dann erreicht Juno aus deiner Buchhaltung heraus auch den Rest deiner Werkzeuge.
Häufige Fragen
Was ist ein MCP-Connector?
MCP ist ein offener Standard, mit dem AI-Apps auf andere Tools zugreifen. Mit dem MCP-Connector von Infinity liest deine AI-App deine Buchhaltung. Wenn du es erlaubst, kann sie auch Rechnungen stellen, Buchungen erstellen oder Zeit erfassen.
Brauche ich technisches Wissen dafür?
Nein. Du fügst die Adresse in deiner AI-App ein, meldest dich mit deinem Infinity-Login an und vergibst die Rechte. Danach beschreibst du Aufgaben in normalen Sätzen.
Mit welchen AI-Apps funktioniert Infinity?
Mit allen, die MCP-Connectors unterstützen, darunter ChatGPT, Claude, Claude Code, Cursor, Codex, Gemini, GitHub Copilot, Grok, Windsurf, Raycast, Zed und n8n.
Was kostet der MCP-Connector?
Nichts zusätzlich. Er ist in allen Abonnementen enthalten und braucht kein Add-on.
Kann die AI meine Buchhaltung selbstständig verändern?
Nur so weit, wie du es erlaubst. Pro Bereich legst du fest, ob nur gelesen oder auch geschrieben werden darf. Alles Angelegte siehst du in Infinity und kannst es dort korrigieren oder rückgängig machen.
Buchhaltung dort, wo du ohnehin arbeitest
Deine Buchhaltung musst du nicht mehr öffnen, um etwas zu erledigen. Mit einem MCP-Connector kommt sie zu dir. Deine Zahlen erreichst du jetzt im Chat. Was du damit anfängst, liegt bei dir.
Teste Infinity 14 Tage kostenlos, ohne Kreditkarte. Alle Details zum Connector findest du auf der MCP-Seite, die Abos auf der Preisseite.
