Die QR-Rechnung hat die alten roten und orangen Einzahlungsscheine vollständig abgelöst. Seit dem 1. Oktober 2022 ist sie das einzige zugelassene Format für papierbasierte Überweisungen in der Schweiz und Liechtenstein. Wer heute in der Schweiz eine Rechnung stellt, kommt am QR-Zahlteil nicht vorbei.
Klingt einfach – aber in der Praxis sorgt die QR-Rechnung für Fragen: Brauche ich eine QR-IBAN oder reicht meine normale IBAN? Was ist der Unterschied zwischen QRR, SCOR und NON? Und was hat es mit den strukturierten Adressen ab 2026 auf sich? Dieser Guide klärt alles Schritt für Schritt.
Für die allgemeinen Pflichtangaben einer Schweizer Rechnung (MWST-Ausweis, Adressierung, Zahlungsfristen) siehe unseren vollständigen Rechnungs-Guide.
Aufbau einer QR-Rechnung
Eine QR-Rechnung besteht aus zwei Teilen, die am unteren Rand der Rechnung angebracht werden und durch eine Perforationslinie oder Schnittmarkierung getrennt sind:

- Der Empfangsschein (links) – ein kompakter Beleg mit den wichtigsten Zahlungsdaten in Textform, den die Empfängerin als Quittung abtrennen kann.
- Der Zahlteil (rechts) – enthält den Swiss QR Code sowie alle Zahlungsinformationen im Klartext. Banking-Apps scannen den QR-Code und füllen die Überweisung automatisch aus.
Der Swiss QR Code selbst ist exakt 46 × 46 mm gross und trägt in der Mitte das Schweizer Kreuz als Erkennungsmerkmal – kein Firmenlogo, keine Grafik. Im Code sind bis zu 30 strukturierte Datenfelder hinterlegt, darunter IBAN, Betrag, Währung, Empfängeradresse und optional eine Referenznummer.
Die Daten im QR-Code müssen exakt mit den Angaben im Klartext auf dem Zahlteil übereinstimmen. Abweichungen sind nicht zulässig und können dazu führen, dass die Zahlung abgelehnt wird.
Was im Swiss QR Code steckt
Der QR-Code enthält unter anderem folgende Angaben:
- IBAN oder QR-IBAN des Zahlungsempfängers
- Name und Adresse des Zahlungsempfängers (strukturiert)
- Zahlbetrag und Währung (CHF oder EUR)
- Name und Adresse des Zahlungspflichtigen (optional)
- Referenznummer (je nach Typ: QR-Referenz, Creditor Reference oder keine)
- Zusätzliche Informationen (z. B. Rechnungsnummer als Freitext)
QR-IBAN vs. normale IBAN
Hier liegt einer der häufigsten Stolpersteine. Nicht jede IBAN funktioniert mit jedem Referenztyp – und eine falsche Kombination führt dazu, dass die Zahlung von der Bank abgelehnt wird.
Eine normale IBAN ist die gewohnte Kontonummer, die du für alle Bankgeschäfte nutzt. Sie funktioniert für QR-Rechnungen ohne Referenz (NON) oder mit einer internationalen Creditor Reference (SCOR).
Eine QR-IBAN ist eine spezielle IBAN-Variante, die deine Bank zusätzlich zur normalen IBAN bereitstellt. Du erkennst sie an der Institutsidentifikation (IID) im Bereich 30000–31999 – das sind die Ziffern 5 bis 9 der IBAN. Die QR-IBAN ermöglicht die 27-stellige QR-Referenz (QRR), mit der eingehende Zahlungen im E-Banking automatisch der richtigen offenen Rechnung zugeordnet werden.
Die QR-IBAN bestellst du bei deiner Bank – in der Regel kostenlos über das E-Banking-Portal. Das Geld landet weiterhin auf deinem normalen Konto; die QR-IBAN ist lediglich ein virtuelles Routing-Konto für die Referenzzuordnung.
Die goldene Regel: QR-IBAN gehört immer zur QR-Referenz (QRR). Normale IBAN gehört immer zu SCOR oder NON. Diese Kombination verwechseln ist der häufigste Fehler bei QR-Rechnungen – und er führt sofort zur Ablehnung.
Die drei Referenztypen im Vergleich
Die QR-Rechnung kennt drei Varianten, die sich darin unterscheiden, wie die Zahlung dem Empfänger zugeordnet wird. Welche du wählst, hängt davon ab, ob du automatische Zuordnung brauchst und ob du international fakturierst.
Für die meisten Schweizer Freelancer und KMU ist QRR die beste Wahl: Die automatische Zuordnung spart bei mehr als fünf Rechnungen pro Monat spürbar Zeit. Wer auch in Euro fakturiert oder Kunden im SEPA-Raum hat, greift zur SCOR-Variante. NON ist die einfachste Option – aber du musst eingehende Zahlungen manuell der richtigen Rechnung zuordnen.
Was du brauchst, bevor du loslegst
Bevor du deine erste QR-Rechnung erstellst, solltest du die folgenden Voraussetzungen klären:
QR-Rechnung erstellen – Schritt für Schritt
Sobald die Voraussetzungen stehen, ist das Erstellen einer QR-Rechnung unkompliziert – vorausgesetzt, du nutzt ein Tool, das den Swiss QR Code normkonform generiert.
1. Empfängerdaten erfassen
Trage deinen vollständigen Firmennamen und deine Adresse ein. Die Adresse muss strukturiert sein: Strasse, Hausnummer, PLZ, Ort und Ländercode als separate Felder – nicht als Freitextzeile. Dazu kommt deine IBAN oder QR-IBAN.
2. Kundendaten und Rechnungspositionen
Erfasse Name und Adresse der Kundin (ebenfalls strukturiert, falls du sie im QR-Code mitliefern willst) sowie die Rechnungspositionen mit Einzelpreisen, Menge und – falls du MWST-pflichtig bist – dem korrekten Steuersatz.
3. Referenznummer generieren
Wenn du eine QR-IBAN nutzt, generiert dein Rechnungsprogramm automatisch eine 27-stellige QR-Referenz mit Prüfziffer. Bei SCOR erstellt es eine ISO-11649-Referenz (beginnt mit «RF»). Ohne Referenz (NON) entfällt dieser Schritt.
4. QR-Zahlteil prüfen und versenden
Das Tool erzeugt den QR-Zahlteil mit Empfangsschein und Zahlteil am unteren Rand der Rechnung. Prüfe vor dem Versand: Stimmen die Klartextangaben mit den Daten im QR-Code überein? Ist die Adresse strukturiert? Ist der QR-Code 46 × 46 mm gross mit Schweizer Kreuz? Dann versenden – per E-Mail als PDF, per Post oder über einen Linkversand.
Häufige Fehler beim Erstellen
Die häufigsten Ursachen beim erstellen von QR-Rechnungen sind:
- Falsche IBAN/Referenz-Kombination – QR-IBAN mit SCOR oder normale IBAN mit QRR. Beides wird abgelehnt.
- QR-Code zu klein oder verzerrt – exakt 46 × 46 mm, Seitenverhältnis 1:1.
- Firmenlogo statt Schweizer Kreuz im QR-Code – nur das Schweizer Kreuz ist zulässig.
- Fehlende Abtrennlinie zwischen Zahlteil und Rechnungskörper.
- Unstrukturierte Adressen im QR-Code – seit November 2025 nicht mehr zulässig.
Strukturierte Adressen: Was sich 2025/2026 geändert hat
Seit dem 21. November 2025 gelten die Implementation Guidelines QR-Rechnung Version 2.3 von SIX. Die wichtigste Neuerung: Im Swiss QR Code sind nur noch strukturierte Adressen (Adresstyp «S») zulässig. Unstrukturierte Adressen (Adresstyp «K»), bei denen Strasse, PLZ und Ort in einer einzigen Freitextzeile standen, sind beim Erstellen neuer QR-Rechnungen nicht mehr erlaubt.
Konkret heisst das: Jede Adresskomponente – Strasse, Hausnummer, Postleitzahl, Ort, Land – muss in einem eigenen Feld im QR-Code hinterlegt sein. Das gilt sowohl für die Adresse des Rechnungsstellers als auch für die des Zahlungspflichtigen (sofern angegeben).
Was kommt als Nächstes? IG 2.4 ab November 2026
SIX hat bereits die nächste Version der Implementation Guidelines angekündigt: IG QR-Rechnung Version 2.4 wird mit dem SIC-Release am 13. November 2026 eingeführt und ersetzt Version 2.3. Für Rechnungen in Schweizer Franken ergeben sich daraus keine technischen Änderungen. Die neuen Regeln betreffen primär Euro-Rechnungen und den internationalen Zahlungsverkehr. Version 2.3 bleibt bis November 2027 gültig.
QR-Rechnung erstellen – kostenlos und mit Software
Kostenloses Tool für einzelne Rechnungen
Einige Banken bieten im E-Banking einen Generator für QR-Zahlteile an. Auch Webseiten wie qr-rechnung.net ermöglichen es, einen einzelnen QR-Zahlteil zu erstellen. Dabei solltest du darauf achten, zusätzlich eine vollständige Rechnung mit allen gesetzlichen Pflichtangaben beizulegen.
Wenn du Rechnungen direkt erstellen, versenden und verwalten möchtest, kannst du Infinity 14 Tage kostenlos testen. QR-Rechnungen werden dabei automatisch mit dem passenden QR-Zahlteil erstellt.
Rechnungssoftware für den Alltag
Wer regelmässig Rechnungen stellt, spart mit einer Rechnungssoftware erheblich Zeit: Kundenstammdaten, Produktvorlagen und wiederkehrende Forderungen lassen sich speichern und wiederverwenden. Die QR-Referenz wird automatisch generiert, strukturierte Adressen sind standardmässig aktiviert, und jede Forderung wird direkt in der Buchhaltung verbucht.
Mit Infinity erstellst du QR-Rechnungen und Offerten in einem visuellen Editor, versendest sie per E-Mail oder Link und siehst auf einen Blick, welche Forderungen offen, bezahlt oder überfällig sind. Die QR-IBAN und den Referenztyp konfigurierst du einmal – danach generiert Infinity jede QR-Rechnung normkonform, inklusive strukturierter Adressen und korrektem Swiss QR Code.
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