QR-Rechnungen erstellen in der Schweiz: Anleitung, Aufbau & Änderungen 2026

Die QR-Rechnung ist der einzige Zahlungsstandard in der Schweiz. Dieser Guide erklärt den Aufbau, den Unterschied zwischen QR-IBAN und normaler IBAN, die drei Referenztypen – und was sich mit der strukturierten Adresspflicht 2026 ändert.

Zuletzt aktualisiert am 11.8.2026

Die QR-Rechnung hat die alten roten und orangen Einzahlungsscheine vollständig abgelöst. Seit dem 1. Oktober 2022 ist sie das einzige zugelassene Format für papierbasierte Überweisungen in der Schweiz und Liechtenstein. Wer heute in der Schweiz eine Rechnung stellt, kommt am QR-Zahlteil nicht vorbei.

Klingt einfach – aber in der Praxis sorgt die QR-Rechnung für Fragen: Brauche ich eine QR-IBAN oder reicht meine normale IBAN? Was ist der Unterschied zwischen QRR, SCOR und NON? Und was hat es mit den strukturierten Adressen ab 2026 auf sich? Dieser Guide klärt alles Schritt für Schritt.

Für die allgemeinen Pflichtangaben einer Schweizer Rechnung (MWST-Ausweis, Adressierung, Zahlungsfristen) siehe unseren vollständigen Rechnungs-Guide.

Aufbau einer QR-Rechnung

Eine QR-Rechnung besteht aus zwei Teilen, die am unteren Rand der Rechnung angebracht werden und durch eine Perforationslinie oder Schnittmarkierung getrennt sind:

  • Der Empfangsschein (links) – ein kompakter Beleg mit den wichtigsten Zahlungsdaten in Textform, den die Empfängerin als Quittung abtrennen kann.
  • Der Zahlteil (rechts) – enthält den Swiss QR Code sowie alle Zahlungsinformationen im Klartext. Banking-Apps scannen den QR-Code und füllen die Überweisung automatisch aus.

Der Swiss QR Code selbst ist exakt 46 × 46 mm gross und trägt in der Mitte das Schweizer Kreuz als Erkennungsmerkmal – kein Firmenlogo, keine Grafik. Im Code sind bis zu 30 strukturierte Datenfelder hinterlegt, darunter IBAN, Betrag, Währung, Empfängeradresse und optional eine Referenznummer.

Die Daten im QR-Code müssen exakt mit den Angaben im Klartext auf dem Zahlteil übereinstimmen. Abweichungen sind nicht zulässig und können dazu führen, dass die Zahlung abgelehnt wird.

Was im Swiss QR Code steckt

Der QR-Code enthält unter anderem folgende Angaben:

  • IBAN oder QR-IBAN des Zahlungsempfängers
  • Name und Adresse des Zahlungsempfängers (strukturiert)
  • Zahlbetrag und Währung (CHF oder EUR)
  • Name und Adresse des Zahlungspflichtigen (optional)
  • Referenznummer (je nach Typ: QR-Referenz, Creditor Reference oder keine)
  • Zusätzliche Informationen (z. B. Rechnungsnummer als Freitext)

QR-IBAN vs. normale IBAN

Hier liegt einer der häufigsten Stolpersteine. Nicht jede IBAN funktioniert mit jedem Referenztyp – und eine falsche Kombination führt dazu, dass die Zahlung von der Bank abgelehnt wird.

Eine normale IBAN ist die gewohnte Kontonummer, die du für alle Bankgeschäfte nutzt. Sie funktioniert für QR-Rechnungen ohne Referenz (NON) oder mit einer internationalen Creditor Reference (SCOR).

Eine QR-IBAN ist eine spezielle IBAN-Variante, die deine Bank zusätzlich zur normalen IBAN bereitstellt. Du erkennst sie an der Institutsidentifikation (IID) im Bereich 30000–31999 – das sind die Ziffern 5 bis 9 der IBAN. Die QR-IBAN ermöglicht die 27-stellige QR-Referenz (QRR), mit der eingehende Zahlungen im E-Banking automatisch der richtigen offenen Rechnung zugeordnet werden.

Die QR-IBAN bestellst du bei deiner Bank – in der Regel kostenlos über das E-Banking-Portal. Das Geld landet weiterhin auf deinem normalen Konto; die QR-IBAN ist lediglich ein virtuelles Routing-Konto für die Referenzzuordnung.

Die goldene Regel: QR-IBAN gehört immer zur QR-Referenz (QRR). Normale IBAN gehört immer zu SCOR oder NON. Diese Kombination verwechseln ist der häufigste Fehler bei QR-Rechnungen – und er führt sofort zur Ablehnung.

Die drei Referenztypen im Vergleich

Die QR-Rechnung kennt drei Varianten, die sich darin unterscheiden, wie die Zahlung dem Empfänger zugeordnet wird. Welche du wählst, hängt davon ab, ob du automatische Zuordnung brauchst und ob du international fakturierst.

Eigenschaft QRR (QR-Referenz) SCOR (Creditor Reference) NON (ohne Referenz)
IBAN-Typ QR-IBAN (zwingend) Normale IBAN Normale IBAN
Referenzformat 27-stellig, Modulo-10-Prüfziffer ISO 11649, beginnt mit «RF» Keine
Automatische Zuordnung Ja – im Schweizer E-Banking Ja – auch im SEPA-Raum Nein – manuelle Zuordnung
International einsetzbar Nein (CH/LI) Ja (SEPA-kompatibel) Ja
Geeignet für KMU mit vielen Rechnungen Unternehmen mit EU-Kunden Einzelne, einfache Rechnungen

Für die meisten Schweizer Freelancer und KMU ist QRR die beste Wahl: Die automatische Zuordnung spart bei mehr als fünf Rechnungen pro Monat spürbar Zeit. Wer auch in Euro fakturiert oder Kunden im SEPA-Raum hat, greift zur SCOR-Variante. NON ist die einfachste Option – aber du musst eingehende Zahlungen manuell der richtigen Rechnung zuordnen.

Was du brauchst, bevor du loslegst

Bevor du deine erste QR-Rechnung erstellst, solltest du die folgenden Voraussetzungen klären:

  • Bankkonto mit IBAN bei einer Schweizer Bank – und bei Bedarf eine QR-IBAN für automatische Zuordnung (kostenlos im E-Banking bestellbar)
  • Vollständige, strukturierte Adresse deines Unternehmens (Strasse, Hausnummer, PLZ, Ort, Ländercode CH)
  • Entscheidung für einen Referenztyp: QRR, SCOR oder NON – passend zu deiner IBAN
  • MWST-Nummer im Format CHE-123.456.789 MWST, falls du MWST-pflichtig bist
  • Ein Tool, das normkonforme QR-Rechnungen erzeugt – manuelles Zusammenbauen des QR-Codes ist fehleranfällig und nicht empfehlenswert

QR-Rechnung erstellen – Schritt für Schritt

Sobald die Voraussetzungen stehen, ist das Erstellen einer QR-Rechnung unkompliziert – vorausgesetzt, du nutzt ein Tool, das den Swiss QR Code normkonform generiert.

1. Empfängerdaten erfassen

Trage deinen vollständigen Firmennamen und deine Adresse ein. Die Adresse muss strukturiert sein: Strasse, Hausnummer, PLZ, Ort und Ländercode als separate Felder – nicht als Freitextzeile. Dazu kommt deine IBAN oder QR-IBAN.

2. Kundendaten und Rechnungspositionen

Erfasse Name und Adresse der Kundin (ebenfalls strukturiert, falls du sie im QR-Code mitliefern willst) sowie die Rechnungspositionen mit Einzelpreisen, Menge und – falls du MWST-pflichtig bist – dem korrekten Steuersatz.

3. Referenznummer generieren

Wenn du eine QR-IBAN nutzt, generiert dein Rechnungsprogramm automatisch eine 27-stellige QR-Referenz mit Prüfziffer. Bei SCOR erstellt es eine ISO-11649-Referenz (beginnt mit «RF»). Ohne Referenz (NON) entfällt dieser Schritt.

4. QR-Zahlteil prüfen und versenden

Das Tool erzeugt den QR-Zahlteil mit Empfangsschein und Zahlteil am unteren Rand der Rechnung. Prüfe vor dem Versand: Stimmen die Klartextangaben mit den Daten im QR-Code überein? Ist die Adresse strukturiert? Ist der QR-Code 46 × 46 mm gross mit Schweizer Kreuz? Dann versenden – per E-Mail als PDF, per Post oder über einen Linkversand.

Häufige Fehler beim Erstellen

Die häufigsten Ursachen beim erstellen von QR-Rechnungen sind:

  • Falsche IBAN/Referenz-Kombination – QR-IBAN mit SCOR oder normale IBAN mit QRR. Beides wird abgelehnt.
  • QR-Code zu klein oder verzerrt – exakt 46 × 46 mm, Seitenverhältnis 1:1.
  • Firmenlogo statt Schweizer Kreuz im QR-Code – nur das Schweizer Kreuz ist zulässig.
  • Fehlende Abtrennlinie zwischen Zahlteil und Rechnungskörper.
  • Unstrukturierte Adressen im QR-Code – seit November 2025 nicht mehr zulässig.

Strukturierte Adressen: Was sich 2025/2026 geändert hat

Seit dem 21. November 2025 gelten die Implementation Guidelines QR-Rechnung Version 2.3 von SIX. Die wichtigste Neuerung: Im Swiss QR Code sind nur noch strukturierte Adressen (Adresstyp «S») zulässig. Unstrukturierte Adressen (Adresstyp «K»), bei denen Strasse, PLZ und Ort in einer einzigen Freitextzeile standen, sind beim Erstellen neuer QR-Rechnungen nicht mehr erlaubt.

Konkret heisst das: Jede Adresskomponente – Strasse, Hausnummer, Postleitzahl, Ort, Land – muss in einem eigenen Feld im QR-Code hinterlegt sein. Das gilt sowohl für die Adresse des Rechnungsstellers als auch für die des Zahlungspflichtigen (sofern angegeben).

Achtung: Seit November 2025 dürfen neue QR-Rechnungen nur noch strukturierte Adressen enthalten. Für die Verarbeitung älterer QR-Rechnungen mit unstrukturierten Adressen gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2026. Danach können Banken Zahlungen mit nicht-konformen Adressen ablehnen. Prüfe jetzt, ob dein Rechnungstool strukturierte Adressen erzeugt.

Was kommt als Nächstes? IG 2.4 ab November 2026

SIX hat bereits die nächste Version der Implementation Guidelines angekündigt: IG QR-Rechnung Version 2.4 wird mit dem SIC-Release am 13. November 2026 eingeführt und ersetzt Version 2.3. Für Rechnungen in Schweizer Franken ergeben sich daraus keine technischen Änderungen. Die neuen Regeln betreffen primär Euro-Rechnungen und den internationalen Zahlungsverkehr. Version 2.3 bleibt bis November 2027 gültig.

QR-Rechnung erstellen – kostenlos und mit Software

Kostenloses Tool für einzelne Rechnungen

Einige Banken bieten im E-Banking einen Generator für QR-Zahlteile an. Auch Webseiten wie qr-rechnung.net ermöglichen es, einen einzelnen QR-Zahlteil zu erstellen. Dabei solltest du darauf achten, zusätzlich eine vollständige Rechnung mit allen gesetzlichen Pflichtangaben beizulegen.

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Rechnungssoftware für den Alltag

Wer regelmässig Rechnungen stellt, spart mit einer Rechnungssoftware erheblich Zeit: Kundenstammdaten, Produktvorlagen und wiederkehrende Forderungen lassen sich speichern und wiederverwenden. Die QR-Referenz wird automatisch generiert, strukturierte Adressen sind standardmässig aktiviert, und jede Forderung wird direkt in der Buchhaltung verbucht.

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Häufig gestellte Fragen

Brauche ich eine QR-IBAN oder reicht meine normale IBAN?

Das hängt davon ab, ob du automatische Zahlungszuordnung brauchst. Mit einer QR-IBAN und QR-Referenz (QRR) ordnet dein E-Banking eingehende Zahlungen automatisch der richtigen Rechnung zu. Mit einer normalen IBAN kannst du QR-Rechnungen ohne Referenz (NON) oder mit Creditor Reference (SCOR) erstellen – musst Zahlungen aber manuell zuordnen oder nutzt die internationale SCOR-Referenz. Ab etwa fünf Rechnungen pro Monat lohnt sich die QR-IBAN.

Wo bekomme ich eine QR-IBAN?

Bei deiner Bank, in der Regel kostenlos über das E-Banking-Portal. Die QR-IBAN ist ein virtuelles Routing-Konto – das Geld landet weiterhin auf deinem normalen Konto. Jede Schweizer Bank, die am QR-Rechnungsverfahren teilnimmt, bietet eine QR-IBAN an.

Was passiert, wenn ich QR-IBAN und SCOR-Referenz kombiniere?

Die Zahlung wird abgelehnt. QR-IBAN gehört zwingend zur QR-Referenz (QRR). Normale IBAN gehört zu SCOR oder NON. Diese Regel ist hart codiert im Bankensystem – eine falsche Kombination wird nicht verarbeitet.

Kann ich eine QR-Rechnung auch per E-Mail verschicken?

Ja. Der Versand als PDF-Anhang ist üblich. Die Empfängerin scannt den QR-Code direkt am Bildschirm mit der Banking-App. Alternativ bieten einige Rechnungsprogramme einen Linkversand an, bei dem die Kundin die Rechnung im Browser öffnet.

Was bedeutet «strukturierte Adresse» genau?

Eine strukturierte Adresse (Typ S) speichert jede Adresskomponente in einem eigenen Feld: Strasse, Hausnummer, Postleitzahl, Ort, Land. Im Gegensatz dazu fasste die alte unstrukturierte Adresse (Typ K) alles in einer oder zwei Freitextzeilen zusammen. Seit November 2025 sind beim Erstellen neuer QR-Rechnungen nur noch strukturierte Adressen zulässig.

Funktioniert die QR-Rechnung auch für Kunden im Ausland?

Du kannst eine QR-Rechnung an Personen im Ausland verschicken. Allerdings unterstützen ausländische Banken das Scannen des Swiss QR Codes in der Regel nicht. Die Zahlung muss dort manuell erfasst werden. Für internationale Kundschaft empfiehlt sich die SCOR-Variante mit normaler IBAN, da die Creditor Reference auch im SEPA-Raum funktioniert.

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