Gerade für KMU und Startups ist das Thema oft komplexer als gedacht: Spesen, Fringe Benefits, Geschäftsfahrzeuge oder Beteiligungsprogramme müssen korrekt deklariert werden. In diesem Artikel erklären wir klar und verständlich:
- Was ein Lohnausweis ist
- Welche Angaben zwingend enthalten sein müssen
- Welche typischen Fehler passieren
- Welche Rolle moderne, AI-gestützte Payroll-Systeme dabei spielen
Was ist ein Lohnausweis?
Der Lohnausweis ist ein offizielles Steuerdokument in der Schweiz. Arbeitgeber stellen ihn ihren Mitarbeitenden jährlich aus. Er dient als Grundlage für die private Steuererklärung.
Definition:
Ein Lohnausweis ist die offizielle Bescheinigung des Arbeitgebers über den ausbezahlten Lohn sowie über sämtliche geldwerten Vorteile eines Mitarbeitenden innerhalb eines Kalenderjahres.
Er wird zusätzlich direkt oder indirekt an die zuständigen Steuerbehörden übermittelt (je nach kantonaler Regelung und ELM-Prozess).
Welche Angaben gehören in den Lohnausweis?
Ein Lohnausweis enthält mehr als nur den Bruttolohn. Typischerweise müssen folgende Positionen korrekt ausgewiesen werden:
1. Bruttolohn
- Fixlohn
- Bonuszahlungen
- Provisionen
- Gratifikationen
2. Sozialversicherungsabzüge
- AHV / IV / EO
- ALV
- Pensionskasse (BVG)
- NBU (Nichtberufsunfall)
3. Spesen und Vergütungen
- Pauschalspesen
- Effektive Spesen
- Autoentschädigungen
4. Fringe Benefits
- Geschäftsfahrzeug (Privatanteil!)
- Gratis- oder verbilligte Verpflegung
- Beteiligungen / Mitarbeiteraktien
- Vergünstigungen
Gerade bei Fringe Benefits passieren häufig Fehler, da viele Unternehmer nicht wissen, was steuerlich relevant ist.
Wer ist verpflichtet, einen Lohnausweis auszustellen?
In der Schweiz gilt: Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, für jede angestellte Person einen Lohnausweis auszustellen.
Das gilt für:
- KMU
- Startups
- AGs und GmbHs
- Vereine mit Angestellten
- Auch für geschäftsführende Inhaber:innen mit Lohnbezug
Freelancer ohne Anstellungsverhältnis erhalten keinen Lohnausweis, sondern rechnen selbstständig ab.
Bis wann muss der Lohnausweis erstellt werden?
Der Lohnausweis muss in der Regel bis Ende Januar des Folgejahres ausgestellt werden.
Beispiel:
Der Lohnausweis für das Jahr 2025 muss bis spätestens Ende Januar 2026 zugestellt werden.
Viele Kantone verlangen zudem die elektronische Übermittlung via ELM (Einheitliches Lohnmeldeverfahren).
Typische Fehler beim Lohnausweis
Gerade bei manueller Lohnbuchhaltung entstehen häufig Fehler:
- Privatanteil beim Geschäftsfahrzeug falsch berechnet
- Spesen falsch deklariert
- Bonuszahlungen nicht korrekt berücksichtigt
- Falsche Sozialversicherungsabzüge
- Beteiligungsprogramme unvollständig ausgewiesen
Solche Fehler führen zu Rückfragen der Steuerverwaltung – oder zu unangenehmen Diskussionen mit Mitarbeitenden.
Warum der Lohnausweis für KMU komplexer wird
Das Schweizer Lohnwesen ist stark reguliert. Zusätzlich kommen dazu:
- Mehrere Sozialversicherungen
- Unterschiedliche kantonale Steuerpraxis
- Swissdec / ELM-Standards
- Homeoffice-Regelungen
- Beteiligungsmodelle bei Startups
Je moderner ein Unternehmen organisiert ist, desto anspruchsvoller wird die korrekte Deklaration.
Lohnausweis digital erstellen: Risiken vermeiden durch Payroll Software
Der Lohnausweis ist kein isoliertes Dokument.
Er ist das Ergebnis korrekt geführter Lohnprozesse über das ganze Jahr hinweg.
Viele Fehler entstehen nicht am Jahresende – sondern im laufenden Payroll-Prozess:
- Lohnbestandteile falsch erfasst
- Sozialversicherungen nicht korrekt hinterlegt
- Privatanteile oder Spesen falsch verbucht
- Änderungen unter dem Jahr nicht sauber dokumentiert
Wer Payroll manuell oder in Excel führt, erhöht das Risiko von Inkonsistenzen deutlich.

Wie lassen sich diese Risiken vermeiden?
Der wichtigste Hebel ist Struktur.
Wenn Payroll sauber digital geführt wird, entstehen Lohnausweise automatisch aus den erfassten Daten – statt als separates Jahresprojekt.
Mit einer Payroll-Software wie Infinity Payroll bedeutet das konkret:
- Löhne werden systematisch erfasst
- Sozialversicherungen korrekt berechnet
- Lohnbuchungen automatisch in die Buchhaltung übernommen
- Der Lohnausweis wird am Jahresende automatisch generiert
- Die Übermittlung erfolgt standardisiert via ELM
Der Vorteil:
Der Lohnausweis ist keine manuelle Zusammenstellung mehr, sondern das Resultat konsistenter Prozesse.
Was tun bei Unsicherheit?
Nicht jedes KMU möchte Payroll vollständig selbst abwickeln.
Es gibt drei sinnvolle Optionen:
1. Payroll selbst führen – mit Software
Für Teams mit unkomplizierten Arbeitsverhältnissen und etwas Buchhaltungsexpertise ist eine strukturierte Payroll-Software perfekt. Sie reduziert Fehlerquellen und sorgt für saubere Jahresabschlüsse.
2. Treuhänder beiziehen
Wer punktuelle Unterstützung benötigt, kann über das Infinity Treuhandverzeichnis einen spezialisierten Treuhänder finden.
3. Payroll vollständig outsourcen
Wer maximale Entlastung möchte, kann die Lohnadministration komplett auslagern – etwa an unseren Partner quitt Business.
Fazit: Der Lohnausweis ist Prozess, nicht Papier
Der Lohnausweis selbst ist kein kompliziertes Dokument.
Komplex wird es, wenn Prozesse unstrukturiert sind.
Unternehmen vermeiden Risiken, wenn sie:
- Payroll digital führen
- Lohnprozesse sauber dokumentieren
- ELM-konform arbeiten
- Bei Bedarf externe Expertise einbinden
Moderne Payroll-Software ersetzt keine Fachkenntnis – aber sie schafft Struktur.
Und Struktur ist die beste Absicherung gegen Fehler im Lohnausweis.
Häufige Fragen zum Lohnausweis
Muss ein Lohnausweis auch bei sehr kleinen Löhnen erstellt werden?
Ja. Auch bei Teilzeit oder geringem Einkommen besteht eine Ausstellungspflicht.
Was passiert bei Fehlern im Lohnausweis?
Es muss ein korrigierter Lohnausweis erstellt und neu eingereicht werden.
Gibt es Sanktionen?
Bei vorsätzlicher Falschdeklaration drohen steuerrechtliche Konsequenzen.


